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Die nach Südosten offene Anlage des Schlosses Dankern wird von einer Gräfte umgeben, in deren Grund die Eichenpfähle eingerammt sind, auf denen das Schloss erbaut wurde. Über die Gräfte führt eine Holzbrücke, auf dem wir uns zu einem Rundgang treffen. Vor der Brücke stehen zwei uralte Pappeln,die in ihrer Größe und Mächtigkeit eine würdige Kulisse für den Zugang zum Schloß bilden. |
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Durch den besten, größten und gnädigen Gott sind die Eheleute Johannes Heinrich Martels und Maria Elisabeth Osthof Erben in Dankern, Wesuwe und Lehrte. Sie bringen schließlich die unregelmäßig durchgeführten Arbeiten an diesem Hof im letzten Teil des Jahres des Heils 1689 zu Ende. |
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Linker Hand betreten wir die kleine Schloßkapelle. Sie ist vollständig mit einzigartigen Delfter Kacheln ausgekleidet. Sowohl der Barockaltar als auch das gesamte sonstige Kircheninventar sind höchstwahrscheinlich ursprünglich für eine andere Kirche angefertigt worden und erst später in die Dankerner Schloßkapelle gekommen. |
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Man nimmt an, das es sich bei dem Altarbild, welches die Grablegung Christi darstellt, um eine barocke Kopie eines Gemäldes von Lukas Cranach handelt. 1960 wurde die Kapelle restauriert und die Kacheln neu gefasst. |
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Von der Kapelle aus gehen wir zum Haupthaus. Eine kleine Treppe führt in das Sockelgeschoß hinunter, das das ganze Haupthaus unterzieht. Zuerst betreten wir die Küche. Heute wird auf einem Elektroherd gekocht, doch ist es noch nicht allzu lange her, daß hier ein großes, offenes Herdfeuer brannte. An dieser Herdstelle sind heute noch die alten Delfter Kacheln zu bewundern. |
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Von der Küche aus gelangen wir in einen kleinen Raum, der das "Stübchen" genannt wird. Es gilt mit Recht als das Kleinod von Dankern, da es komplett mit Delfter Kacheln ausgekleidet ist. |
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Durch die Küche gelangen wir zurück auf den Innenhof, auf dem wir einen Moment verweilen, um die Sandsteinfiguren der Hausfront zu betrachten. Sie stellen römische Göttinnen dar, von links nach rechts besehen die Pietas, die Justitia, die Potentia, die Liberalitas, die Temperantia und die Sapientia. In den Händen tragen sie die ihren Namen entsprechenden Symbole. An den Flügeln des Hauses können wir die barocken Türeinfassungen bewundern. Über jeder Türe prangt eine Inschrift. Neben dem reinen Schmuckeffekt dienen diese Tafeln auch zur Feststellung der einzelnen Bauabschnitte, denn die jeweils großen Buchstaben der Inschrift ergeben aneinandergereiht eine Jahreszahl, die das Entstehungsdatum der jeweiligen Türfassung kundgibt. |
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Über die schwungvolle Freitreppe gelangen wir nun in das ursprünglich einstöckige Herrenhaus, das ein hohes Walmdach krönte. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Schloss Dankern sein heutiges Aussehen. Über dem Sandsteinportal prangt wieder das Wappen dem Familie Martels. Eine darunter befindliche lateinische Inschrift besagt, dass Johann Heinrich Martels und seine Gemahlin Maria Elisabeth Osthof dieses Haus "Anno post partum Virginis 1680 zur höheren Ehre Gottes" errichten ließen. Eine ähnliche Inschrift befindet sich ja schon auf dem Vorderseite des Eingangtores an der Brücke. Die Martelschen Initialen finden wir, ebenso wie bei dem Tor, auch noch einmal auf der Rückseite des Haupthauses über der Tür, die von der Terrasse ins Haus führt.
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Wir wenden uns nach rechts und betreten den Saal, der die ganze Breite des westlichen Hauptbaues einnimmt. Mit seinen in Farbe gefassten Holzstukaturen, seinem großen Kamin und durch die Ausgewogenheit seiner Proportionen, ist er als vollendet anzusehen. Früher bewohnt, dient er heute nur noch Repräsentationszwecken. |
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Beheizt wurde der Saal ursprünglich mit einem offenen Feuer. Der Kamin wurde erst im 19. Jahrhundert eingebaut. Die Gemälde zeigen Mitglieder der Familien. Wir finden unter ihnen auch das Bildnis jener berüchtigten Frau von Martels, die sich im 18. Jahrhundert durch ihr strenges Regiment so unbeliebt gemacht hatte, dass die Bevölkerung ihr einen Begräbnisplatz auf dem Erbbegräbnis in Wesuwe verweigerte. Ihr Leichenzug musste damals umkehren, und der Leichnam wurde in der Schloßkapelle beigesetzt. Hier soll ihre boshafte Seele keine Ruhe gefunden haben und es wird berichtet, dass sie des nachts im Schloß herumgeisterte. |
Mit der Besichtigung des Saales endet unser Rundgang. Wir verlassen Dankern, die Perle des Emslandes, das wir eines der schönsten Schlösser des Emslandes kennengelernt haben.
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